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Kategorie: Neues im SJ 16/17

Die Realschule Balve richtet einen Hauptschulbildungsgang ein – erstmals im Schuljahr 2019/20 in der Jahrgangsstufe 7.

WP vom 30.11.2016 von Alexander Bange.
 
In den Klassen 5 und 6 werden die Kinder ab 2017 gemeinsam unterrichtet, da in der Hauptschule im kommenden Jahr keine neue Eingangsklasse gebildet und somit ihr Ende eingeläutet wird. Ab Klasse 7 beginnt der differenzierte Unterricht in der Realschule, aber in einem Klassenverband. Etwa 100 Mütter und Väter informierten sich im Schulzentrum über das neue Konzept, das Schulleiterin Nina Fröhling und Konrektor Thomas Münch vorstellten. Bürgermeister Hubertus Mühling war bei der Begrüßung „überwältigt von der Resonanz“. 97 Kinder aus Balve würden im nächsten Schuljahr auf weiterführende Schulen wechseln. „Ich vermute, mehr als 50 Prozent der betroffenen Eltern sind hier vertreten.“ Das Stadtoberhaupt betonte, dass die Einrichtung eines Hauptschulbildungsganges nahezu alternativlos sei. „Es gibt zu wenige Kinder. Auf Grund zu niedriger Schülerzahlen wäre keine der beiden Schulen auf Dauer überlebensfähig. Die Politik stand mit dem Rücken zur Wand.“ Deshalb habe der Stadtrat „Grünes Licht“ für den Hauptschulbildungsgang an der Realschule gegeben.

Veränderungen

„Wir sind und bleiben Realschule. Daran ändert sich nichts“, stellte Rektorin Nina Fröhling klar. „Ziel ist der Mittlere Schulabschluss. Das Konzept ist variabel und veränderbar.“ Bedeutet: Auf Erfahrung der Kolleginnen und Kollegen sowie nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder könne das Konzept bewertet und weiterentwickelt werden.

Details

„Die Grundlage einer optimalen Beschulung verschiedener Lerngruppen ist – besonders in der Erprobungsstufe – eine intensive Förderung auf Basis von Diagnostik.“
„Die Realschule Balve bleibt in ihrem besonderen Profil erhalten.“
„Ziel der Ausbildung an der Realschule Balve ist nach wie vor der Mittlere Schulabschluss.“
„Wir wollen möglichst viele Schüler/innen im Bildungsgang Realschule mit dem Ziel des Mittleren Schulabschlusses halten bzw. die Rückkehr dahin ermöglichen.“
„Es erfolgt keine Aufnahme von klassischen Hauptschülern aus Nachbarkommunen.“
Ausnahme: Kinder mit Hauptschul-Empfehlung aus Neuenrade, die ein Geschwisterkind an der Realschule Balve haben. Warum? „Wir wollen das hohe Niveau auf Dauer halten“, sagt Nina Fröhling, „und Realschule bleiben“. Das Konzept sei in dieser Form mit dem Schulträger und der Bezirksregierung Arnsberg abgestimmt.

Erprobungsstufe

Die Erprobungsstufe (Klasse 5/6) stehe im Zeichen des Förderns und des Forderns. Alle Kinder in der 5. Klasse erhielten eine zusätzliche Stunde Deutsch. Eine zusätzliche Stunde Mathematik solle die mathematischen Grundlagen aufarbeiten und eine zusätzliche Stunde im Fach Informatik befähige die Kinder, sich im Schulnetzwerk zurecht zu finden und am PC zu arbeiten.
In der 6. Klasse wird nach dem neuen Konzept mit dem Fach Französisch die zweite Fremdsprache eingeführt. Ob das Kind Französisch nach der Klasse 6 weiterführen möchte, entscheiden die Eltern mit dem Kind am Ende der 6. Klasse gemeinsam. Eine zusätzliche Stunde Englisch soll die Grundlagen aus der 5. Klasse vertiefen.
In der Erprobungsstufe werden alle Kinder gemeinsam unterrichtet. „Um den unterschiedlichen Fähigkeiten gerecht zu werden, arbeiten wir mit differenzierenden Büchern“, sagte Nina Fröhling. „Darüber hinaus bereiten wir Material vor, das den unterschiedlichen Niveaus der Kinder Rechnung trägt.“

Klasse 7

In der „äußeren Differenzierung nach Niveau“ (ab Klasse 7 in Mathe und Englisch) werden die Kinder im Hauptschulbildungsgang mit Hauptschul-Lehrbüchern unterrichtet und die Kinder im Realschulbildungsgang mit Realschulbüchern. Alle Lehrkräfte, die die Kinder der jeweiligen Klasse unterrichten, berücksichtigen beim Übergang in den Realschul- oder in den Hauptschulbildungsgang folgende Aspekte: Leistungsstand (Noten), Arbeitsverhalten, Sozialverhalten und die persönliche Gesamtentwicklung im Verlauf der Erprobungsstufe.

Fazit

„Noch nie war es möglich, so intensiv auch auf starke Kinder einzugehen“, sagt Rektorin Nina Fröhling. „Ich stand der Veränderung am Anfang kritisch gegenüber. Nun finde ich es schade, dass unsere Kinder nicht mehr davon profitieren können“, ergänzt Mutter Melanie Hedt-Beilfuß. „Empfehlen Sie uns weiter“, so der Appell von Bürgermeister Hubertus Mühling.


Realschule integriert Hauptschul-Bildungsgang

SV vom 01.12.16 von Julius Kolossa

Rund 100 Eltern waren in die Aula der Realschule gekommen, um mehr über den Zusammenschluss zu erfahren.

 
Balve - Etwa 100 Eltern, deren Kinder im kommenden Jahr nach der 4. Klasse eine weiterführende Schule besuchen werden, nahmen am Dienstag an der Informationsveranstaltung teil, in der die Realschule für sich mit dem neuen Hauptschul-Bildungsgang warb.
Neugierig waren die Erziehungsberechtigten darauf, was die Realschule für ein Konzept mit Schülern entwickelt hat, denen eine Hauptschul-Empfehlung seitens ihrer Grundschule mit auf den Weg gegeben wurde. Denn an einem solchen Programm wurde seit einigen Monaten gearbeitet, steht doch die Balver Schullandschaft vor einem Umbruch:
Die Hauptschule kämpft seit Jahren mit sinkenden Anmeldezahlen, so dass die Stadt als Schulträger entschied, ab dem kommenden Schuljahr keine neuen Fünftklässler mehr aufzunehmen und die Hauptschule in fünf Jahren auslaufen zu lassen. Die Realschule wird künftig all die Mädchen und Jungen aufnehmen, die sonst bei ihrem Nachbarn angemeldet worden wären.

Langes gemeinsames Lernen

Schulleiterin Nina Fröhling erläuterte, dass kurze Wege damit ermöglicht würden sowie langes gemeinsames Lernen in kleinen Klassen mit 20 Schülern und eine hohe Durchlässigkeit in den Bildungsniveaus bis Klasse 8. Bis dahin ist noch ein Wechsel in den Bildungsgang der Real- oder Hauptschule möglich. Ab dann laufen die Vorbereitungen auf die Abschlüsse nach Klasse 9 und 10 – und diese unverändert als Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Realschulabschluss mit Qualifikationsvermerk.
„Wir konnten noch nie so gut auf die starken Schüler eingehen, wie jetzt“, stellte Fröhling fest. Es gelte aber ebenfalls: „Wir werden intensiv mit den Schwächeren arbeiten.“ Wer nach welchem Niveau unterrichtet wird, werde nach außen hin nicht deutlich gemacht – vielmehr bleiben auch nach der Erprobungsstufe in den Klassen 5 und 6 alle Schüler weiterhin zusammen im Klassenverband. Sie erhalten lediglich unterschiedliche Lernmaterialien.

Angebot nur für Schüler aus Balve

Dieses Angebot gelte nur für die Balver Kinder, betonte die Schulleiterin. Es würden keine Hauptschüler aus den Nachbarkommunen aufgenommen. Nina Fröhling blickt zuversichtlich in die Zukunft ihrer Schule, hofft sie doch, mit dem Konzept das optimale System entwickelt zu haben, das allen Kindern gerecht werde. Und wenn es doch irgendwo nicht funktioniert, dann werde es bei Bedarf geändert.
Vom Bürgermeister wurde auf die von der Stadt getätigten Investitionen in die Gebäude-Infrastruktur und die Computer-Technik in den Klassenräumen hingewiesen. „Die Lernvoraussetzungen sind hier sehr gut“, sagte er und hob sie als weiteren Pluspunkt hervor.
Die Städtische Realschule stellt sich allen Interessierten beim Tag der offenen Tür am 21. Januar vor. Ab Ende Februar bis Anfang März laufen die Anmeldeverfahren für die 97 Viertklässler.